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Erlebnisbericht Lackiererei 1/4

Aktualisiert: Feb 11

Vorbereitung:


Fahrzeuge lackieren ist ein Handwerk. Und auch Kunst. Was das genau bedeutet, wollte ich endlich mal selber herausfinden. Gesagt, getan. Ich bin zwar im Büro als Marketingfachmann tätig, habe jedoch ursprünglich Automechaniker gelernt, das ist wenigstens ein bisschen verwandt. Von den Meisterschaftstrainings, welche Patrick Balmer betreut, war noch das eine oder andere Carrosserieteil im Keller. Ein passendes Teil war schnell gefunden und es konnte losgehen.

Als erstes steht nun also die Vorbereitung des zu lackierenden Teils an. Wenn beispielsweise ein Kotflügel ausgebeult anstatt ersetzt wird, muss vor der Lackierung alles gespachtelt werden. Das heisst, die kleinen, nicht zu vermeidenden Unebenheiten werden mit einer speziellen Masse, dem Spachtel, ausgeglichen. Das hört sich im ersten Moment einfach an, ist es jedoch nicht. Die Herausforderung besteht darin, dass nicht zu viel Spachtel aufgetragen wird, da dies sonst nach der Lackierung sichtbar wäre. Das bedeutet jedoch auch, dass der Spengler, welcher den Kotflügel ausbeult, äusserst exakt arbeiten muss, damit so wenig Spachtel verwendet werden kann wie möglich. Nachdem die gröbsten Unebenheiten behoben sind, werden wenn nötig noch die feinen Unregelmässigkeiten mit Füller beseitigt.

Da der zu lackierende Kotflügel jedoch keine Beschädigungen hat, ist die Vorbereitung um einiges leichter. Sara Zimmermann, Leiterin Lackiererei, gibt mir einen Crashkurs über die verschiedenen Schleifpapiere und deren Verwendungszweck. Grössere Flächen werden dabei mit einer exzentrisch rotierenden Schleifmaschine bearbeitet. Die mit Druckluft betriebene Maschine beschleunigt zwar die Arbeit, kann jedoch bei der falschen Handhabung Unebenheiten in die Teile schleifen. Zuerst wird noch an einer nicht mehr reparierbaren Stossstange ein wenig geübt um ein Gefühl für die Maschine zu erhalten. Anschliessend gilt es jedoch ernst und es wird am Kotflügel geschliffen. Nachdem die grossen Flächen solange bearbeitet wurden bis alles matt ist und keine glänzenden Stellen mehr sichtbar sind, geht es an die kleinen Kanten, Sicken und Fugen. Diese werden von Hand mit einem anderen Schleifpapier einmattiert. Sara kontrolliert meine Arbeit und findet noch einige glänzende Stelle welche korrigiert werden müssen. Falls diese nämlich so bleiben würden, bestünde die Gefahr, dass der neue Lack nicht optimal auf dem Untergrund haften bliebe und wieder abplatzen könnte.


Jetzt, wo alles angeschliffen ist, wird der entstandene Staub zuerst mit Druckluft weggeblasen. Danach wird das Ersatzteil mit einem Wasser-Silikongemisch gereinigt und entfettet.

Nachdem alles soweit vorbereitet wurde, muss man sich für eine Farbe entscheiden und diese zusammenmischen. Normalerweise passiert dies natürlich viel früher im Prozess damit keine Zeit verloren geht. Bei dieser Übung muss jedoch keine exakte Farbe gefunden, sondern einfach eine bestimmt werden. Wie das so vor sich geht, zeige ich euch nächste Woche. Bis dahin beantworten wir euch gerne Fragen rund ums Thema Lackieren und sind auch sonst gerne für euch da! Seid also wieder dabei, wenn es heisst: «Ein Amateur lackiert.»



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